Absinthismus

Die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen von Alkoholkranken wurde in der psychatrischen Abteilung der Hospitäler in Paris 1859 gemacht. Dr. Motet veröffentlichte eine Studie zum Thema "Allgemeine Überlegungen zum Alkoholismus und speziell über die toxischen Effekte aud Menschen unter Einfluß von Absinthe". Er bemerkte, daß Absinthe andere Auswirkungen als normaler Alkohol hatte. So weisen Personen, die Absinthe exzessiv konsumieren zwar alle Anzeichen des Alkoholismus auf, haben darüberhinaus aber auch epileptische Anfälle. Einige Jahre später wurde diese These von Dr. Legrain bestätigt. Er sagte, daß neben Schwindel vom Alkohol, man auch Delirien und Krämpfe beobachten könne die auf Absinthe rückschließen ließen. Um dieses Phänomen zu benennen, erfand die Akademie der Medizin den Begriff "Absinthismus". Nach Dr. Lancereaux ist chronischer Absinthismus an den schwerwiegenden Nervenproblemen erkennbar. Es fängt mit Kribbeln und Taubheit der Beinen und Füße an. Zu einem fortgeschrittenem Zeitpunkt sind die Nerven derart überreizt, daß Berührungen unerträglich werden. Darauf folgt eine absolute Gefühllosigkeit. Schließlich treten Beeinträchtigungen allgemeiner Funktionen und Verwirrung der Nerven auf: Teilweiser Gedächtnisverlust, Halluzinationen, Sorgen und Reizbrkeit. Das Gesicht wird im sehr bleich - ganz im Gegensatz zu den roten Gesichtern der Weintrinker. Des Weiteren treten Krämpfe auf, die nur mit hysterischen Anfällen vergleichbar sind.