Berger

Berger gehört zu den bedeutensten Absintheherstellern des 19. und 20. Jahrhunderts.

Interessanterweise stammte Johann-Georg Berger aus dem badischen Emmendingen. Sein Sohn Christian Frederic war aus Handelsvertreter für das Haus Edouard Pernod aktiv. 1830 entschied er sich sein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Firma befand sich im Quartier du Quarre in Couvet (NE, Schweiz). Zwischen 1853 und 1864 kaufte er 6 anliegende Gebäude um seine Firma entscheidend zu erweitern. Die beiden Söhne Charles-Guillaume und Claude übernahmen die Firma vom Vater und führten die Geschäfte bis 1910 weiter. Mit einem Jahresbedarf von annähernd 100.000 kg Rohalkohol. gehörte Berger zu den erfolgreichsten Absinthebrennereien des Val de Travers. Berger Absinthe war in der Schweiz genauso beliebt wie in nahegelegenen Frankreich. 1876 gewann Berger Absinthe in Philadelphia eine Ehrenmedaille und 1888 in Tunis eine Goldmedaille. 1878 verließen die beiden Berger Brüder das Val de Travers und ließen sich in Marseilles nieder. Ab dem Jahr 1900 war Claude Berger alleiniger Geschäftsführer. Damals standen noch die Initialen des Vaters auf den Firmenpapieren - einige Jahre später wurde auch das geändert, so hieß die Firma C. Berger. Eine weitere Firma wurde in Buenos Aires gegründet. Im späteren Verlauf wandelte Claude Berger die Firma in eine Kommanditgesellschaft um. Die Firmierung lautete Claude Berger et Cie.

Es gibt zahlreiche Postkarten, auf denen Berger wirbt, oder auf denen Berger Werbung zu sehen ist.

Berger stellte natürlich grün gefärbten, und weißen Absinthe her. Der Absinthe wurde in Literflaschen oder Bonbonnes (Glasbehälter).

Nach dem Absintheverbot wurde die Firma in Couvet von Fritz Flückiger übernommen, der sie dann an seinen Bruder André Flückiger weitergab. Doch die Geschäfte gingen nur mehr schleppend. Claude Berger bereitete sich 1920 auf das Pastis Geschäft vor. Trotzdem registrierte er zahlreiche neue Absinthemarken - man weiß ja nie... Er versuchte auch an die Erfolge des Absinthes anzuschließen, in dem er Löffel und Fontainen mit Berger Aufschrift in den Cafes und Bistrots verteilte. Daher tauchen immer wieder Berger Fontainen auf, die fälschlicherweise als Absinthefontainen gehandelt werden, obwohl sie aus der Zeit nach dem Absintheverbot stammen. Der Hauptslogan der Firma lautet seit dieser Zeit: "Midi... 7 heures... l'heure du Berger". Auf einem Werbelakat von 1927 ist deutlich die Wandlung vom Absinthe zum Pastis zu erkennen - die Hauptfarbe ist nicht mehr Grün, sondern Gelb.

Berger wird auch heute noch in Marseille produziert und ist in Frankreich in fast jedem Supermarkt erhältlich. Die Rezeptur scheint sich seit vielen vielen Jahrzehnten nicht geändert zu haben.